Von Gastautor Mathias Bunkus*
Wie Bayern-Trainer Luis van Gaal kam Union-Coach Uwe Neuhaus noch nicht rüber. Dort stöhnte neulich ein Kollege der Münchner AZ, dass sich der Holländer van Gaal nach dem 4:1-Triumph von Turin schon wieder für Gott hielte.
Ganz so von oben herab, kam Uwe Neuhaus nach dem 1:1 bei Arminia Bielefeld nicht rüber. Aber sein Satz, „ich habe heute mal wieder alles richtig gemacht“, hatte durchaus van Gaal’sche Qualitäten. Aber: Keiner der zahlreich mitgereisten Berliner Journalisten hatte seine Aufstellungslotterie auch nur ansatzweise voraus geahnt.
Sein Kokettieren, dass man den gerade erst genesenen Angreifer John Jairo Mosquera möglicherweise daheim lassen werde, konnte man vorn herein getrost ins Reich der Fabeln verweisen. Dass er ihn von Beginn an ins Getümmel werfen würde, aber nicht.
Genauso wenig, dass ein Dominic Peitz erstmals seit der 0:5-Klatsche im DFB-Pokal gegen Werder Bremen überhaupt ein Pflichtspiel bestreiten durfte. Und zwar von Anfang an. Und als ob er im Union-Fanforum nach Rat gesucht hätte, brachte er auch erstmals die beiden Kumpels Torsten Mattuschka und Björn Brunnemann ab der ersten Spielminute.
Resultat: Union holte in Bielefeld den angestrebten Punkt. Respekt. Aber wenn der Union-Trainer wirklich alles richtig gemacht hätte, hätte es bei den gestern durchaus verwundbaren Bundesligaabsteigern von Arminia sogar drei Zähler werden können.
Was die Zufriedenheit über das Erreichte beim Zweitligaaufsteiger ja nicht schmälern muss, aber doch die Passage, „alles richtig gemacht“, ein kleines bisschen relativiert.
*Da der sports-kick.-Mann platt war, durfte mal ein Experte ran. Das soll in Zukunft aber kein Einzelfall bleiben.
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